Datensicherung mit NAS (hier Fritz!Box und USB-Festplatte)
Ich weiß nicht ob es euch auch schon einmal passiert ist - ich jedenfalls hatte schon einmal einen Komplett-Datenverlust. :-( Deswegen mache ich mir mittlerweile Gedanken über mein Backup-Konzept - und diese Gedanken habe ich hier etwas zusammengefasst. Mir ist dabei wichtig, dass ich mich nicht ständig mit dem Backup beschäftigen muss, sondern dass es automatisch, sozusagen im Hintergrund, passiert, nach dem Fire and forget Prinzip.
Zuerst brauchen wir ein NAS (Network Attached Storage), ich baue mir eins in Verbindung mit einer Fritz!Box und einer USB Festplatte, alternativ kann man auch ein fertiges NAS kaufen, wie bspw. den DLINK DNS-323 und den folgenden Teil überspringen.
Wir schließen an der Fritzbox (in meinem Fall die 7270) eine USB-Festplatte an, hier eine Seagate Barracuda mit 300 GB, die macht einen automatischen Spindown, wenn die Platte nicht verwendet wird, spart damit Strom und macht somit auch keinen Lärm.
Der erste Stolperstein ist das Filesystem. Die Fritzbox will ein FAT32, die Platte hatte das auch bei Auslieferung, zwischenzeitlich hatte ich aber irgendwann mal ein NTFS drauf gezogen, das muss jetzt zurück auf FAT32. Mit Windows Vista ist das ganze gar nicht so easy, das formatiert nämlich nur bis 32 GB mit FAT32, größere Speichermedien nur mit NTFS oder exFAT (ein FAT für Flash-Datenträger, ab Vista SP1).
Also die USB HD wieder an den PC gestöpselt und kurz von Heise das Programm h2format geholt. Das wiederum möchte keine bestehenden Filesysteme überschreiben, also kurzerhand in der Datenträgerverwaltung die Partion gelöscht und neu angelegt und dann mit h2format formatiert. Danach die Platte wieder an die Fritzbox und die Fritzbox so konfiguriert, dass sie die Platte als lokalen Speicher im Netzwerk zur Verfügung stellt (Funktion USB-Netzwerkspeicher aktivieren). Die Fritzbox startet dann einen Samba Server und man kann die Platte von jedem PC aus mounten - unter Windows per Netzwerklaufwerk verbinden. Dabei aktivieren von Verbindung beim Anmelden wiederherstellen nicht vergessen und einen Laufwerksbuchstaben vergeben - ich verwende hier X:.
So jetzt haben wir ein NAS :-).
Die Datenübertragungsraten sind allerdings nicht soo berauschend, ca. 3,3 MB/Sekunde schafft die Kombination aus FritzBox und USB-Festplatte (100 MBit LAN/USB 2.0/Labor Firmware 12190), der oben erwähnte DLINK macht hier 10, 7 MB/Sekunde, wobei hier evlt. noch etwas Potential schlummert, das man durch ein Gigabit LAN ausschöpfen könnte. Die CPU der Fritzbox ist beim Kopiervorgang allerdings auf 100% Last, vermutlich liegt hier der Flaschenhals, evlt. feilt AVM noch an der Firmware um hier Verbesserungen zu erzielen, wobei für unseren Einsatzzweck, als Backup-NAS reicht der Speed allemal.
Da die USB Festplatte bei mir auch vorher schon zur Datensicherung gedient hat, kopiere ich jetzt auf diesem Weg wieder alle Daten die zu sichern sind drauf. Das mache ich mit dem bei Windows beigelegten recht mächtigem System-Tool Robocopy. Mit dem Werkzeug kann man Dateien von A nach B kopieren und anschließend in regelmäßigen Abständen wieder synchronisieren. Mein Robocopy Aufruf sieht folgendermaßen aus:
robocopy d:\ x:\daten\ /MIR /Z /R:3 /W:5 /FFT /LOG:D:\sync.log /TEE /XD d:\$RECYCLE.BIN d:\Boot "d:\System Volume Information"
Meine persönlichen Daten wie Musik, Bilder usw. liegen bei mir auf der Platte D. Mit dem Befehl kopiere ich alle Daten von D auf X:\daten, d.h. in ein Verzeichnis auf der USB Platte, so habe ich nachher noch die Möglichkeit parallel mehrere Datensicherungen, bpsw. von einem anderen PC durchzuführen.
Der /MIR Parameter sorgt dafür, dass nach dem Kopiervorgang stets ein Abbild der Quelle auf X: vorliegt. Wenn ich also auf D: etwas lösche, wird es bei der nächsten Synchronisierung auch auf X: gelöscht. Zusätzlich sorgt er dafür, dass nicht alles wieder erneut kopiert wird, sondern vergleicht die Quelle mit dem Ziel und kopiert nur Dateien, die neu sind oder verändert wurden. Der /XD Parameter sorgt dafür dass die angegebenen Verzeichnisse nicht mit gesichert werden. Der /Z Parameter kopiert Dateien im Neustartmodus, also wenn eine Datei in Verwendung ist beim Versuch sie zu kopieren, dann versucht er es 30 Sekunden darauf erneut und der Parameter /R:3 sorgt dafür dass er das nur dreimal tut und nicht 1 Million mal - was die Standardeinstellung dafür ist, /W:1 dass er zwischen den Versuchen nur 5 Sekunden wartet. Das /LOG:D:\sync.log /TEE schreibt die Ausgabe auf die Konsole und gleichzeitig in eine Log-Datei D:\sync.log. Mit dem Logfile kann man im Nachgang immer schön nachlesen, was der robocopy denn nun genau gemacht hat. Hier noch eine kleine Besonderheit: Wir erinnern uns, wir kopieren von NTFS auf FAT32, der Zeitstempel ist bei FAT32 nicht so genau, deswegen führen wir mit dem Parameter /FFT eine kleine Toleranz ein.
Damit auch meine iTunes Einstellungen (Albumcovers, Song-Bewertungen, usw.) bei einem Datencrash nicht verloren gehen führe ich zusätzlich noch folgende Sicherung durch:
robocopy C:\Users\SteveH\Music\iTunes x:\itunes-sicherung\ /MIR /Z /XD /R:3 /W:5 /LOG+:D:\sync.log /TEE /FFT
Hier ist noch ein Besonderheit, das /LOG+: sorgt dafür dass die oben geschriebene Log-Datei nicht überschrieben wird, sonden die Ausgaben hinten an das Protokoll angehängt werden. Um sich übrigens alle Parameter von robocopy anzeigen zu lassen gibt man einfach auf der Konsole ein robocopy /? ein. Zusätzlich kann man auf diesem Weg natürlich noch weitere Verzeichnisse sichern.
Die beiden Aufrufe habe ich in eine Batch-Datei gespeichert sync.bat und auf dem Datenträger D: abgelegt. So kann es nicht passieren, dass bei einem Datenfehler - bspw. alle Daten auf D: werden gelöscht und es sind keine Daten mehr auf D: vorhanden - Robocopy das nichts auf die Backup-Festplatte synchronisiert und dort auch alle Daten löscht. Vor einem partiellem Datenverlust schützt das freilich nicht.
Damit ich nicht regelmäßig die Batch-Datei manuell starten muss, richte ich mir in Windows einen Task ein, der die Batch-Datei regelmäßig einmal täglich aufruft. Dazu in Windows Vista die Systemsteuerung aufrufen, dann Verwaltung und Aufgabenverwaltung (unter Windows XP ähnlich) und dort eine neue Aufgabe anlegen. Dazu die wichtigsten Einstellungen:
Zuerst brauchen wir ein NAS (Network Attached Storage), ich baue mir eins in Verbindung mit einer Fritz!Box und einer USB Festplatte, alternativ kann man auch ein fertiges NAS kaufen, wie bspw. den DLINK DNS-323 und den folgenden Teil überspringen.
Wir schließen an der Fritzbox (in meinem Fall die 7270) eine USB-Festplatte an, hier eine Seagate Barracuda mit 300 GB, die macht einen automatischen Spindown, wenn die Platte nicht verwendet wird, spart damit Strom und macht somit auch keinen Lärm.
Der erste Stolperstein ist das Filesystem. Die Fritzbox will ein FAT32, die Platte hatte das auch bei Auslieferung, zwischenzeitlich hatte ich aber irgendwann mal ein NTFS drauf gezogen, das muss jetzt zurück auf FAT32. Mit Windows Vista ist das ganze gar nicht so easy, das formatiert nämlich nur bis 32 GB mit FAT32, größere Speichermedien nur mit NTFS oder exFAT (ein FAT für Flash-Datenträger, ab Vista SP1).
Also die USB HD wieder an den PC gestöpselt und kurz von Heise das Programm h2format geholt. Das wiederum möchte keine bestehenden Filesysteme überschreiben, also kurzerhand in der Datenträgerverwaltung die Partion gelöscht und neu angelegt und dann mit h2format formatiert. Danach die Platte wieder an die Fritzbox und die Fritzbox so konfiguriert, dass sie die Platte als lokalen Speicher im Netzwerk zur Verfügung stellt (Funktion USB-Netzwerkspeicher aktivieren). Die Fritzbox startet dann einen Samba Server und man kann die Platte von jedem PC aus mounten - unter Windows per Netzwerklaufwerk verbinden. Dabei aktivieren von Verbindung beim Anmelden wiederherstellen nicht vergessen und einen Laufwerksbuchstaben vergeben - ich verwende hier X:.
So jetzt haben wir ein NAS :-).
Die Datenübertragungsraten sind allerdings nicht soo berauschend, ca. 3,3 MB/Sekunde schafft die Kombination aus FritzBox und USB-Festplatte (100 MBit LAN/USB 2.0/Labor Firmware 12190), der oben erwähnte DLINK macht hier 10, 7 MB/Sekunde, wobei hier evlt. noch etwas Potential schlummert, das man durch ein Gigabit LAN ausschöpfen könnte. Die CPU der Fritzbox ist beim Kopiervorgang allerdings auf 100% Last, vermutlich liegt hier der Flaschenhals, evlt. feilt AVM noch an der Firmware um hier Verbesserungen zu erzielen, wobei für unseren Einsatzzweck, als Backup-NAS reicht der Speed allemal.
Da die USB Festplatte bei mir auch vorher schon zur Datensicherung gedient hat, kopiere ich jetzt auf diesem Weg wieder alle Daten die zu sichern sind drauf. Das mache ich mit dem bei Windows beigelegten recht mächtigem System-Tool Robocopy. Mit dem Werkzeug kann man Dateien von A nach B kopieren und anschließend in regelmäßigen Abständen wieder synchronisieren. Mein Robocopy Aufruf sieht folgendermaßen aus:
robocopy d:\ x:\daten\ /MIR /Z /R:3 /W:5 /FFT /LOG:D:\sync.log /TEE /XD d:\$RECYCLE.BIN d:\Boot "d:\System Volume Information"
Meine persönlichen Daten wie Musik, Bilder usw. liegen bei mir auf der Platte D. Mit dem Befehl kopiere ich alle Daten von D auf X:\daten, d.h. in ein Verzeichnis auf der USB Platte, so habe ich nachher noch die Möglichkeit parallel mehrere Datensicherungen, bpsw. von einem anderen PC durchzuführen.
Der /MIR Parameter sorgt dafür, dass nach dem Kopiervorgang stets ein Abbild der Quelle auf X: vorliegt. Wenn ich also auf D: etwas lösche, wird es bei der nächsten Synchronisierung auch auf X: gelöscht. Zusätzlich sorgt er dafür, dass nicht alles wieder erneut kopiert wird, sondern vergleicht die Quelle mit dem Ziel und kopiert nur Dateien, die neu sind oder verändert wurden. Der /XD Parameter sorgt dafür dass die angegebenen Verzeichnisse nicht mit gesichert werden. Der /Z Parameter kopiert Dateien im Neustartmodus, also wenn eine Datei in Verwendung ist beim Versuch sie zu kopieren, dann versucht er es 30 Sekunden darauf erneut und der Parameter /R:3 sorgt dafür dass er das nur dreimal tut und nicht 1 Million mal - was die Standardeinstellung dafür ist, /W:1 dass er zwischen den Versuchen nur 5 Sekunden wartet. Das /LOG:D:\sync.log /TEE schreibt die Ausgabe auf die Konsole und gleichzeitig in eine Log-Datei D:\sync.log. Mit dem Logfile kann man im Nachgang immer schön nachlesen, was der robocopy denn nun genau gemacht hat. Hier noch eine kleine Besonderheit: Wir erinnern uns, wir kopieren von NTFS auf FAT32, der Zeitstempel ist bei FAT32 nicht so genau, deswegen führen wir mit dem Parameter /FFT eine kleine Toleranz ein.
Damit auch meine iTunes Einstellungen (Albumcovers, Song-Bewertungen, usw.) bei einem Datencrash nicht verloren gehen führe ich zusätzlich noch folgende Sicherung durch:
robocopy C:\Users\SteveH\Music\iTunes x:\itunes-sicherung\ /MIR /Z /XD /R:3 /W:5 /LOG+:D:\sync.log /TEE /FFT
Hier ist noch ein Besonderheit, das /LOG+: sorgt dafür dass die oben geschriebene Log-Datei nicht überschrieben wird, sonden die Ausgaben hinten an das Protokoll angehängt werden. Um sich übrigens alle Parameter von robocopy anzeigen zu lassen gibt man einfach auf der Konsole ein robocopy /? ein. Zusätzlich kann man auf diesem Weg natürlich noch weitere Verzeichnisse sichern.
Die beiden Aufrufe habe ich in eine Batch-Datei gespeichert sync.bat und auf dem Datenträger D: abgelegt. So kann es nicht passieren, dass bei einem Datenfehler - bspw. alle Daten auf D: werden gelöscht und es sind keine Daten mehr auf D: vorhanden - Robocopy das nichts auf die Backup-Festplatte synchronisiert und dort auch alle Daten löscht. Vor einem partiellem Datenverlust schützt das freilich nicht.
Damit ich nicht regelmäßig die Batch-Datei manuell starten muss, richte ich mir in Windows einen Task ein, der die Batch-Datei regelmäßig einmal täglich aufruft. Dazu in Windows Vista die Systemsteuerung aufrufen, dann Verwaltung und Aufgabenverwaltung (unter Windows XP ähnlich) und dort eine neue Aufgabe anlegen. Dazu die wichtigsten Einstellungen:
- Nur ausführen, wenn der Benutzer angemeldet ist.
- Jeden Tag um bspw. 19:00 Uhr
- Aktion: Programm starten: D:\sync.bat
- Aufgabe nur starten, falls Computer mit Netz betrieben wird.
- Aufgabe so schnell wie möglich nach einem verpassten Start ausführen
Labels: Datensicherung, FritzBox, NAS